Wenn „Anweisungen“ als Respektlosigkeit ankommen
Ein Beispiel aus einem Azubi-Workshop macht das greifbar:
Azubi-Workshop: Auszubildende beschweren sich, dass sie respektlos behandelt werden, weil ihnen jemand sagt, was sie tun sollen. Je nachdem wie man bisher Schulzeit und das häuslichen Zusammenleben gewohnt war, ist dies womöglich ein harter Schnitt im Leben, der Einstieg in die Berufswelt: Wenn ich als Beginner noch nicht weiß, wie die Prozesse sind und was alles zu tun ist, sagt und zeigt mir jemand, wie ich was tun soll. Und dies macht der-/diejenigen in meiner Welt in respektvollem Ton und praxisnaher Handlungsweise. Die gleichen Teilnehmenden kommen 10 Minuten zu spät aus der Mittagspause zurück mit duftendem Pizzakarton und essen freudestrahlend und völlig selbstverständlich ihre Pizza. An diesem alltäglichen Beispiel wird deutlich, wie unterschiedlich Respekt ge-/erlebt und wahrgenommen wird.
Kernpunkt: Respekt ist vielschichtig und umfasst neben dem „wie man spricht“ vor allem auch das komplette Spektrum des eigenen Handelns und unserer Intention dahinter.
Respekt beginnt beim Zuhören – und endet nicht bei guten Absichten
Ein zweiter, oft unterschätzter Punkt ist unsere innere Haltung im Gespräch:
Selbstreflexion: Ertappen Sie sich auch manchmal dabei, dass Sie denken „ja ich weiß schon, worauf mein Gegenüber hinaus will.“ und sie formulieren schon Ihre Antwort oder unterbrechen denjenigen sogar. Genau dann sind wir schon nicht mehr respektvoll, wir sind bei uns, anstatt bei unserem Gegenüber zu sein.
Respekt heißt nicht, dass ich es gut meine, sondern dem anderen Raum gebe: Raum für Gedanken, Gefühle, Unsicherheiten, die eigene Sichtweise – ihn also wirklich sehe. Sobald ich innerlich abgeschlossen habe, bevor mein Gegenüber seine Ausführungen abgeschlossen hat, ist mein Fokus bei mir. Und mein Gesprächspartner nimmt genau das verbal und non-verbal wahr.
Woran du Respekt im Alltag konkret festmachen kannst
Respekt wird messbar, wenn du ihn an Verhalten koppelst. Ein paar Orientierungspunkte, die sofort wirken:
- Zuhören bis zum Punkt. Nicht ergänzen, nicht korrigieren, nicht „aus Versehen“ übernehmen.
- Fragen statt bewerten. „Wie hast du das verstanden?“ ist stärker als „Das ist doch klar!“
- Erwartungen transparent machen. Pünktlichkeit, Pausenregeln, Zuständigkeiten: einmal sauber klären ist respektvoller als zehnmal genervt reagieren.
- Ton + Handlung zusammen denken. Freundlich sprechen, aber Druck ausüben, wirkt genauso respektlos wie umgekehrt.
- Unterschiede anerkennen. Was für dich selbstverständlich ist, kann für andere neu, ungewohnt oder sogar bedrohlich wirken.
Die gute Nachricht: Respekt kann jeder lernen
Da Respekt so unterschiedlich geprägt ist, knirscht es im Alltag – innerhalb von Teams, in der Organisation, in Familien oder (Geschäfts-) Beziehungen. Entscheidend ist, ob man bereit ist, sich selbst zu reflektieren, hinzuhören und neue Wege auszuprobieren.
Tauchen Sie mit Sandra Trost in einen respektvollen Umgang ein: Lernen Sie durch Reflexion, praktische Übungen und ein besseres Verständnis dafür, wie Respekt im Alltag wirklich wirkt – im Zuhören, Sprechen, im Verhalten und in der eigenen Einstellung.
